Manche Autorinnen haben schon als Kind unter der Bettdecke gelesen. Ich nicht.

Ich habe Bücher gehasst — zumindest die Bücher die mir meine Mutter geschenkt hat: "Mädchenbücher". Damit konnte ich mich nicht identifizieren. Aber Märchen — die habe ich geliebt. Vor allem die, die meine Großmutter sich selbst ausdachte und uns vor dem Schlafengehen erzählte. Und ich habe früh begonnen, es ihr gleichzutun: Ich erfand Geschichten und erzählte sie meinem drei Jahre jüngeren Bruder. Niemand dachte daran, sie aufzuschreiben. Schade.

Erst als ich in der Stadtbücherei selbst wählen durfte, entdeckte ich meine eigene Lesewelt: Sachbücher über Ur- und Frühgeschichte, Bildbände über ägyptische Ausgrabungen, dicke Bände über Maya, Inkas und Azteken. Als Teenager entdeckte ich Karl May und die Welt von Winnetou — und war fasziniert von Welten die größer waren als meine.

Heute schreibe ich selbst. Im Sommer sitze ich in meinem Innengarten, umgeben von Brombeersträuchern und dem unaufhörlichen Summen dicker Brummer die sich an den Blüten laben. Die Hunde liegen irgendwo in der Nähe. Die Katzen streunen herum und irgendwo kräht ein Hahn.

In diesen Momenten entstehen Märchen und Fantasy unter dem Namen Jessica Linde und skurrile KI-Abenteuer mit Frau Kirner & ihren forensischen Katzen unter Lady Agatha Chrisraisin-Simpleson. Wer weiß, was noch alles entsteht?

Willkommen in Susannas Welten.